Das Johannesevangelium ist einer der
bekanntesten und schwierigsten Texte des Neuen Testaments und hat mit
seiner poetischen Schönheit und tiefen Spiritualität bereits viele
Interpreten beschäftigt. Von besonderer Kraft und klarer Vision ist die
Deutung von Johannes Scotus Eriugena, des irischen Weisen aus dem 9.
Jahrhundert. Seine Homilie über den Prolog dieses Evangeliums, die im
Mittelalter sehr einflussreich war, ist eines der frühesten Zeugnisse
keltisch-christlicher Mystik und deutet die Schrift außergewöhnlich
originell und inspiriert.
Auf
den Schwingen des Adlers (dem traditionellen christlichen Symbol für
Johannes) trägt Eriugena den Leser empor und lässt ihn den Ursprung des
Universums und sein eigenes Wesen aus einer Perspektive schauen, die
weit über die Welt der Erscheinungen hinausgeht. Für Eriugena ist Gott
transzendent in seinem unerschaffenen Wesen und gleichzeitig immanent
in seiner erschaVenen Natur. Diese hat sich im Anfang von Gott
entfremdet und ist nun aufgefordert, zu ihm zurückzukehren. Jesus, das
Fleisch gewordene Wort, erinnert den Menschen an sein wahres Wesen und
seine Bestimmung zur Rückkehr in die Einheit allen Seins.
Dieses
Buch erschließt die Homilie Eriugenas in der wunderbaren Übersetzung
und mit den ausführlichen Reflexionen von Christopher Bamford, dem
renommierten Autor und Herausgeber auf dem Gebiet der westlichen
Spiritualität.
ISBN 978-3-905272-86-4. Broschur. 228 Seiten. Franken 35,00 / Euro 22,00